Daniel Schmitt Einsichten Cloud, Digitale Transformation, #digitalnormal

Digitale Transformation.

Kontinuierlicher Prozess oder Never-ending story?

Egal, wo wir uns umhören, sagt man uns häufig: „Unser Unternehmen ist schon rundum digital“. Oder: „Digitale Transformation? Klar, haben wir schon längst hinter uns.“ Sicher, wenn man „Transformation“ als den Übergang von Zustand A in Zustand B versteht, mag das stimmen. Aber die digitale Transformation meint etwas ganz anders.

Das geht so weit, dass ich sagen möchte: Verabschieden wir uns am besten komplett von diesem Begriff. Weg damit. Streichen Sie ihn aus Ihrem Kopf. Denn eigentlich ist er nicht mehr als eine leeres Worthülse ohne jegliche Aussagekraft.

Schauen wir uns doch einmal an, wie die aktuelle Situation aussieht. Da gibt es die einen, die glauben, sie seien schon vollständig digital transformiert. Andere wiederum haben sich lange gegen die Digitalisierung gewehrt, gezetert und gestöhnt, als es ihnen beispielsweise endlich gelungen ist, eine Cloud-Lösung im Unternehmen zu etablieren. Was denken Sie? Genügt bereits eine derart fokussierte Änderung, damit man von sich behaupten kann, man sei in der schönen, neuen, digitalen Welt angekommen?

Meine Antwort können Sie sich wahrscheinlich denken: nein! Wer einmal begonnen hat (und sind wir ehrlich: beginnen sollten wir alle), auf „digital“ umzustellen, muss am Ball bleiben. Digitale Transformation ist, wenn man es ernst damit meint, digitale Evolution. Analoge Ruhe war gestern. Die digitalen Prozesse und Geschäftsmöglichkeiten verändern unsere Welt tiefgreifender und vor allem: schneller als je zuvor.

Ich möchte es noch spitzer und klarer formulieren: Eigentlich ist es vollkommen unbedeutend, ob Sie künstlicher Intelligenz oder maschinellem Lernen Potenzial zutrauen. Einer Ihrer Wettbewerber wird es sicherlich tun. Und sich dadurch höchstwahrscheinlich einen Marktvorteil sichern. Ihren Marktvorteil, da müssen wir uns nichts vormachen.

Das Gute dabei ist jedoch, dass es erst einmal nicht kriegsentscheidend ist, ob Sie die Marschroute mitbestimmen oder lieber mitziehen möchten. Die Business-Welt wird sich zwar immer schneller verändern, doch kann jeder einzelne von uns das für ihn passende Schrittmaß zum Erfolg selbstständig mitbestimmen. Nur aufstehen und losgehen müssen wir eben alle selbst.

Sehen wir uns die Praxis an, um die digitale Transformation zu verstehen. Gern zitiert werden hier Unternehmen wie Uber, AirBnB oder Tesla. Ein grundsätzlich und vollkommen falscher Vergleich. Diese Unternehmen haben sich nie digital transformiert. Ihre DNA entstand geplant – sie waren schon immer digital.

Bei Tesla hinkt der Vergleich gleich mehrfach. Man kann Elon Musk sicher zugestehen, dass er ein Freigeist und Innovator ist. Aber trotz hochdigitalisiertem Vertrieb (Sie wissen vielleicht, dass man Tesla Fahrzeuge online bestellen kann) ist sein Geschäftsmodell nicht digital skalierbar. Erst wenn autonomes Fahren und der Trend zu nutzungsunabhängigen Erlösmodellen den Markt aufbrechen, sind wir dort angekommen.

Wer hat nun alles richtig gemacht? Lehnen wir uns doch ein wenig zurück auf unserer bequemen Couch und schalten wir den Fernseher ein. Netflix! Noch bis Anfang der Zweitausenderjahre versendete der amerikanische Streaming-Dienst über eine Milliarde DVDs per Post. Sie haben richtig gelesen: per Post. 2007 sollte sich das alles ändern. Man stellte auf Online-Streaming um. Der Rest ist (Transformations-)Geschichte.

Genauso verhält es sich mit Amazon. Die älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch daran, dass das US-amerikanische Unternehmen einmal als Online-Buchversand begonnen hatte. Aus dieser digitalen Basis ist heute eine ganz neue Unternehmensstrategie erwachsen. Dabei ist Amazon Copycat und Innovator in einem. Niemand anderes beherrscht es so gut, Geschäftsmodelle anderer zu kopieren und nahtlos in die eigene Vertriebsstrategie zu integrieren. Und gleichzeitig schafft dieses Modell auch Raum für neue, extrem erfolgreiche Ansätze wie z. B. AWS. Amazon ist in der Tat ein Cloud-Pionier. Und Amazon Prime ein Musterkind echter digitaler Transformation.

In meinen persönlichen Charts der Transformations-Gewinner steht aber allen voran Steve Jobs. Nicht, weil ich ein Apple-Jünger wäre. Sondern weil es ihm ganz sachlich gesehen gelungen ist, einem heruntergewirtschafteten Computerhersteller durch die Transformation des Musikmarkts neues Leben einzuhauchen und dann mit dem iPhone „wieder einmal alles zu ändern“.  Und genau das ist auch die Maxime der Unternehmensstrategie: Das ändert wieder einmal alles. Wieder einmal. Auch, wenn man erfolgreich Neuland erobert hat, ruht man sich in Cupertino nicht aus und innoviert munter weiter. Um das zu beweisen, muss man die Absatzzahlen gar nicht genau studieren, sondern kann sich auf das Bauchgefühl verlassen.

Und gerade Apple zeigt sehr deutlich, dass man sich nicht auf den süßen Datteln des Erfolgs ausruhen darf. Der vielzitierte Markt mag vieles verzeihen, nicht aber die Stagnation. Wer glaubt, mit einer Cloud-Lösung sei alles getan, denkt nicht an die Zukunft. Genauso wie Steve Jobs, dessen Anspruch es war, immer wieder Neues zu schaffen und Vorreiter zu sein. Oftmals hat er auch bewiesen, dass es nicht die alles umwälzende Idee sein muss, die Erfolg verspricht. Oftmals reichen kleine, aber brillante Einfälle, dasselbe zu erreichen. Aber eben digital. Denn so ist die Zukunft eben. 

Vielleicht möchten Sie mehr über die digitale Transformation wissen oder Ihre Erfahrungen mit anderen teilen? Dann sollten Sie die go2018 nicht verpassen, unsere Veranstaltung rund um ERP und die Digitalisierung des Mittelstands. Weitere Informationen finden Sie online unter https://go2018.godesys.de

 

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