Daniel Schmitt Einsichten ERP, #digitalnormal, BPM

Bye-bye, Tante Emma.

Eine Moritat auf den Einzelhandel?

Gerade erst hat das chinesische E-Commerce-Unternehmen JD.com bekanntgegeben, eine Expansionsstrategie für den europäischen Markt zu entwickeln. Damit würde es in eine Region eindringen, die aktuell noch stark von Amazon und eBay dominiert wird. Welche Marktmacht dahintersteckt, sieht man allein schon in den weltweiten Umsatzzahlen. Amazon beispielsweise erwirtschaftete im vergangenen Jahr 177,9 Mrd. US-Dollar. 

Zwar liegt JD.com mit 53,61 Mrd. US-Dollar im Vergleich gerade mal bei 30 %. Doch man muss kein studierter Ökonom sein, um abschätzen zu können, welchen Einfluss das auf den europäischen Online-Handel haben könnte. Hinzu kommt, dass JD.com der weltweite Führer in puncto Lieferung per Drohnen, autonomen Technologien und Robotern ist, also in Konzepten, die in Deutschland – freundlich formuliert – noch in den Kinderschuhen stecken. 

Als Experten rund um die Digitalisierung in Unternehmen fragen wir uns bei godesys, welche Auswirkungen das auf unsere Kunden haben wird. Nennen wir das Kind einmal beim Namen: Schon heute ist der Mittelstand kein wirklicher Konkurrent von Größen wie Amazon oder eBay. 

Man könnte also erst einmal vermuten, dass der Markteintritt der Asiaten die Stellung unserer Kunden nicht angreifen wird. Aber ist das wirklich so? Sehen wir es uns genauer an: Chinesische E-Commerce-Plattformen wie Alibaba und JD.com bieten Waren zu besonders günstigen Konditionen an. Allein der Versand ist langwierig. Bis zu sechs Wochen warten Kunden hier auf Ihre Bestellungen.

Etablieren sich die Unternehmen aus Peking mit ihren Logistikzentren aber auch in Europa, wird sich das ändern. Damit geraten die großen Player hier in einen größeren Marktdruck. Und der dekliniert sich bekanntermaßen nach unten weiter. 

Bisher sah die Kette folgendermaßen aus: Amazon drückt von oben auf den bundesdeutschen Online-Handel, der wiederum drückt auf den stationären Einzel- und Großhandel. Ob JD.com künftig auf der gleichen Ebene wie Amazon steht oder sogar noch eine Stufe darüber, darüber kann man jetzt philosophieren. Dass die Marktsituation sich aber ändern wird, ist unbestreitbar.

Was kann der Handel also tun? Das Angebotsportfolio vertiefen und verbreitern? Vielleicht. Aber das geht mit höheren Investitionen einher. Für Einkauf, Logistik, Lager, Personal und, und, und. Machbar, klar. Sinnvoll, vielleicht. 

Viele stationäre Einzelhändler der alten Schule argumentieren gern: „Bei uns kann der Kunde die Ware vor Ort erleben und erkunden. Das ist unser Vorteil.“ Das kann „der Kunde“ bestimmt. Aber ist „der Kunde“ auch bereit das zu tun? Quält er sich dafür in die Innenstädte mit ihrer Parkplatznot und den Menschenmassen, um dann um 18.05 Uhr vor verschlossenen Türen zu stehen oder gesagt zu bekommen, dass der Artikel gerade nicht vorrätig ist. Nein, denn „der Kunde“ ist faul. 

Er kauft lieber online. Bequem von der Couch aus. Waren im Wert von fast 59 Mrd. Euro bezogen deutsche Verbraucher 2017 aus dem Internet. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von beinahe 11 %. Wenn etwas nicht passt oder gefällt, wird es eben einfach zurückgeschickt. Wer muss da noch Waren vor Ort erleben und erkunden?

„Ältere Kunden kommen lieber zu uns, die kaufen nicht im Internet“, sie hören ihn wieder, den Einzelhändler der alten Schule. Sicher, Lieschen Müller geht vielleicht gern zu Hilde Mustermann in den Laden um die Ecke, weil man sich ja noch aus der Volksschule kennt. Aber liegt hier wirklich die Kaufkraft, die den deutschen Einzelhandel rettet?

Der deutsche Handel steht vor dem Aus! Nein. Ganz so schwarz müssen wir die Zukunft nicht sehen. Ganz bestimmt nicht. Das würden allein zahlreiche Betriebswirtschaftsprofessoren nicht zulassen, die dann eines ihrer liebsten Forschungs-Sujets verlören. Sie können also aufatmen und beruhigt weiterlesen. 

Doch der Handel muss sich anpassen. Denn wie lautet das schöne Bonmot: „Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen.“ Deshalb haben viele Händler bereits erkannt: Omnichannel ist das Wort der Stunde. E-Commerce ergänzt den stationären Handel und rundet das Angebot ab. 

Ganz so einfach ist das allerdings auch nicht. Clever integrieren heißt die Herausforderungen meistern. Denn auch beim Verkauf über unterschiedliche Absatzkanäle entstehen neue Fallstricke. Prozesse wollen hier aufeinander abgestimmt werden. Versand, Inventur, Konditionenmanagement, Angebotspflege, Lagerverwaltung – alles wird erst einmal ein bisschen komplizierter.

Auch an den Kundenservice, bislang immer die vergoldende Vorzeigetugend im stationären Handel, werden neue Aufgaben gestellt. Nicht nur in Sachen Erreichbarkeit und Kundenbindung, auch an Retourenmanagement und Betreuung. Fax und Adressfächer stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Fast schon steinzeitlich muten sie an, wenn man sieht, was umfassende Softwarelösungen heutzutage bieten. Selbst Excel, jener binäre Nachfolger des Kassenbuchs, kann hier nicht mithalten.

Wer in diesem Handelslandschaft bestehen will, muss neue Wege gehen. ERP-Software wie unser godesys ERP für den Einzelhandel ist in diesem Fall die Landkarte – nein, nennen wir es lieber Routenplaner – in die digitale Zukunft.

Es verzahnt Prozesse. Vernetzt Mitarbeiter. Vereinfacht die tägliche Arbeit. „Klar, sagen die von godesys das. Die stellen sowas ja her“, mögen Sie vielleicht jetzt laut und empört rufen. Aber klicken Sie uns bitte nicht weg. Wir sagen es, weil wir es meinen. 

Seit über 25 Jahren begleiten wir mittelständische Unternehmen. Wir haben den digitalen Wandel also von der ersten Stunde an mitbekommen. Wir haben gesehen, wie unsere Kunden vor neuen Aufgaben standen. Und wir haben ihnen geholfen, sie zu meistern. Wir selbst gehören dem Mittelstand an. Das hat uns gezeigt, welchem Druck jeder von uns täglich unterliegt. Man kann also sagen: Wir sind mit unseren Mandanten gewachsen und ebenfalls diesen Weg gegangen.

Wir sind überzeugt davon, dass digital eben normal werden und alle Unternehmensebenen durchdringen muss. Wer den digitalen Wandel lebt, ist bereit für die Zukunft. 

Heißt es also wirklich „Bye-bye, Tante Emma“? Nein. Aber Tante Emma braucht ein neues Gewand. Make-over nennt man das heutzutage. In vielen Branchen beginnt deshalb, ein neuer Wind zu wehen. Sie entscheiden selbst, ob er eine sanfte Brise bleibt, oder zum Wind der Veränderung wird.  

 

 

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