Dennis Mohr Blog Mobility, Future Work

Alles nur Marketing? Warum Mobile ERP nicht einfach ERP für unterwegs ist.

Sie kennen das auch: In der IT und im Marketing wird oft mit klangvollen englischen Begriffen gearbeitet. In vielen Fällen täuscht das darüber hinweg, dass sich dahinter meistens entweder nichts Neues oder nichts Besonderes versteckt. Einer dieser Begriffe, die im ERP-Umfeld häufiger fallen, ist Mobile ERP. Grund genug, sich einmal zu fragen, ob und was sich dahinter verbirgt.

Also, ist Mobile ERP alter Wein aus neuen Schläuchen oder sogar einfach nur Marketing-Blenderei? Um dem auf den Grund zu gehen, müssen wir uns fragen, was Mobile ERP für uns tun kann.

Mobile ERP = ERP für unterwegs?

Zugegeben, ja, es ist schon irgendwie eine App. Aber man muss sich vor Augen halten, das App ja in erster Linie einmal „Anwendung“ bedeutet. Wer schon einmal mit dem ICE in eine der Metropolen dieser Republik gefahren ist, kennt das Bild: Männer und Frauen in Business-Kleidung schauen angestrengt auf Ihren Laptop und hauen rührig in die Tasten. Sie beantworten E-Mails, schreiben Kostenvoranschläge und Konzepte und sind überhaupt fürchterlich „busy“.

Ob Sie wohl auch online auf Ihr unternehmenseigenes ERP-System zugreifen? Vielleicht. Denn mit ERP-Lösungen aus der Cloud ist das heute kein Problem mehr. Zum Beispiel erlaubt der godesys Virtual Workspace, alle Funktionen der Desktop-Version von godesys ERP auch über das Internet zu nutzen.

Natürlich ist auch dies irgendwie Mobile ERP. Aber eigentlich liegt das nur daran, dass die Damen und Herren eben ihren Arbeitsplatz vom Büro in den ICE verlegt haben. Und damit auch die gesamte Power ihrer ERP-Anwendung.

Meint Mobile ERP also einfach nur Homeoffice oder Arbeiten von unterwegs? Nein, bestimmt nicht. Denn dann bräuchte man den neuen Begriff schließlich nicht.

Bühne frei für Mobile ERP.

Kaum eine Neuerung hat die Arbeitswelt so umgekrempelt wie die Digitalisierung. Durch das Aufkommen von IT-Lösungen und noch mehr durch die des Internets sind neue Möglichkeiten des arbeitsplatzunabhängigen Arbeitens entstanden. Homeoffice ist dabei nur ein Anfang.

Mobile ERP setzt genau dort an, hat aber mit Homeoffice nur bedingt etwas zu tun. Vielmehr ist es ein Ansatz der „Future Work“, also des Arbeitsplatzes von morgen. Es erweitert den Anwendungsbereich eines ERP-Systems und reduziert gleichzeitig auf wichtige Funktionen. Um das genauer zu verstehen, sollten wir uns einmal ansehen, was Mobile-ERP-Apps können.

Beispiel 1: Mobile ERP für Ihren Außendienst.

Stellen Sie sich einmal vor, ein Unternehmen betreibt einen mobilen Außendienst, beispielsweise einen Reparaturservice. Für Ihren Außendienstmitarbeiter wäre es sicher eine Behinderung, wenn er dafür immer einen Laptop mitnehmen müsste. Kann er aber auf die für ihn wichtigen Funktionen und Informationen des ERP-Systems per Tablet oder Smartphone zugreifen, ist das eine enorme Arbeitserleichterung.

Dann könnte er Ersatzteilbestände, Service-Historie, Kundendaten und -termine ganz einfach abfragen. Neue Serviceaufträge könnten aus der Zentrale direkt auf das Tablet gesendet werden. Kurz: Alles, was er benötigt, hat er immer dabei. Nicht mehr und nicht weniger. Das spart ihm Zeit, Wege und im besten Fall auch unzufriedene Kunden, denn denen kann er präzise Aufwände, Kosten und Dauer nennen.

Auf der anderen Seite weiß die Zentrale immer, welcher Mitarbeiter gerade wo ist. So findet sie bei einer Kundenanfrage den passenden Kollegen mit den notwendigen Skills, Ersatzteilen und Kapazitäten und weiß sogar, wer den kürzesten Anfahrtsweg hat (Stichwort Tourenplanung). Auf Englisch nennt man das streamlining, auf Deutsch effizientes Arbeiten.

Beispiel 2: Produktionsdatenerfassung.

Ähnlich verhält es sich bei produzierenden Unternehmen. Produktionsaufträge können aus der Auftragsannahme direkt an den Produktionsleiter weitergegeben. Über seine Mobile-ERP-App kann er die entsprechenden Teilelisten, Rezepturen oder Arbeitsschritte anfragen.

So ist es ihm möglich, ohne Zeitverzögerung Maschinen und Arbeitskräfte zu disponieren und nicht erst in sein Büro zu müssen, um alles zu planen. Eine Rückmeldung in Echtzeit erfolgt dann ebenfalls über die App, Warenbestände werden aufgenommen und ans System zurückgemeldet. Wer hier clever plant, benötigt im besten Fall keinen stationären Arbeitsplatz mehr.

Mobiles ERP kann aber noch mehr: Durch die zeitnahen Rückmeldungen und die Anbindung an das Internet, ist es möglich, benötigte Teile automatisiert rechtzeitig nachzubestellen oder fertiggestellte Teile der Kommissionierung anzukündigen.

Beispiel 3: Mobile Bestellannahme.

Hier bin ich noch einmal bei Ihrem Außendienst. Wenn Sie beispielsweise einen Großhandel betreiben, der an den Einzelhandel ausliefert, oder ein Handelsunternehmen, das vom zentralen Lager aus seine Filialen bestückt, profitieren Sie von Mobile ERP.

Statt langwierig Bestellformulare von Hand auszufüllen und im Zentrallager abzugeben, werden per ERP-App die Bestellungen einfach erfasst. Das macht die Arbeit einfacher und verkürzt darüber hinaus sogar noch die Wartezeiten. Stock-out-Situationen entstehen so erst gar nicht.

Beispiel 4: Service- und Arbeitszeitrückmeldung.

Mit Hilfe digitaler Lösungen können Service- und Arbeitszeitrückmeldungen schon von unterwegs geschehen. Ihr Mitarbeiter nimmt dafür einfach sein Tablet oder Smartphone, gibt die benötigte Zeit und Tätigkeit ein und synchronisiert diese Eingaben direkt mit dem Rückerfassungsmodul Ihres ERP-Systems in der Zentrale.

So geht nichts vergessen und ist, im Gegenteil, sogar präzise dokumentiert. Auch für spätere Einsätze beim gleichen Kunden.

ERP aufs Wesentliche reduziert.

Die oben genannten Beispiele zeigen sehr gut den Unterschied zwischen Mobilem ERP und ERP für unterwegs. Während Letzteres „einfach nur“ eine Online-Variante des stationären ERP ist, ist Mobile ERP funktionengetrieben.

Für Ihre mobile Workforce ist es nicht erforderlich, manchmal sogar kontraproduktiv, alle Funktionen des ERP-Systems unterwegs zu nutzen. Eine ERP-App hingegen unterstützt sie. Sie legt einen hohen Wert auf Arbeitsergonomie, indem Sie den Funktionsumfang bewusst reduziert.

Mobiles ERP ist deshalb ein Konzept, keine tatsächliche Software. Es soll die Arbeitsbedingungen verbessern, repetitive Schritte vereinfachen und die Effizienz erhöhen.

Damit begegnet es nicht nur den Änderungen in der Arbeitswelt, sondern hilft, sie bewusst und zielorientiert zu gestalten. Der Anwender und seine Aufgaben stehen im Mittelpunkt, und dieser Mittelpunkt ist eben nicht mehr auf ein Büro oder stationären Arbeitsplatz beschränkt.

Mobile ERP ist auch eine Frage der Ergonomie. Denn damit können Mitarbeiter, die gar keinen Vollzugriff auf das ERP-System benötigen, viel einfacher eingebunden werden. Sie tun genau das, wofür sie eingestellt sind. Alles, was darüber hinausgeht, ist erst einmal irrelevant. Das erleichtert die Arbeit und erhöht die Effizienz.

Mobile ERP passt sich Ihren Geschäftsprozessen an und ermöglicht sogar vollkommen neue. Solche, die mit stationären Arbeitsplätzen gar nicht realisierbar wären. Mobiles ERP ist genaugenommen ERP, aber eben anders. Es erhöht Ihre Flexibilität und treibt Ihren Geschäftserfolg an.

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