godesys.at Konfiguration vom 26.04.2017

Anlegen der Konfiguration von godesys.at als Doublette der default-Konfiguration.
Fallweise Anpassung der Konstanten und Fluid-Templates wie benötigt.

Anpassung der RealUrl-Konfiguration
Reste der hartcodierten Multidomainkonfiguration entfernen

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# 'userFunc' => 'EXT:realurl/class.tx_realurl_advanced.php:&tx_realurl_advanced-main ', ### deleted ###
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Kontinuität beim Bloggen
Godelef Kühl Einsichten ERP

Auch in der Komfortzone stecken geblieben?

Über Kontinuität beim Bloggen

Eine meiner wichtigsten Lehren aus nun fast 25 Jahren unternehmerischer Tätigkeit in der ERP-Branche ist die tiefe Erkenntnis, dass es eben nicht um die eigenen Ideen und Fähigkeiten geht. Erfolg hat als Fundament immer nur die Kraft und das Engagement der Mitarbeiter. ERP ist Teamwork, das Thema ist zu breit und komplex, als dass nur einer alleine die richtige Richtung vorgeben könnte. Und so steht godesys für ein Team, das mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg, aber stets mit hoher Motivation und Eigenverantwortung sein Ziel des „ERP für kundenorientierte Unternehmen“ verfolgt. Wenn ich uns mit einer Fußballmannschaft vergleichen sollte, dann spielen wir nun schon recht lange Bundesliga. Für die Champions League fehlen die Mittel, aber Abstiegsgefahr ist auch nicht sichtbar. Meine Rolle ist dabei am besten mit der eines Trainers zu vergleichen: Ich kann das Team formen, ich darf die Spielweise - also Regeln - und manchmal sogar einen konkreten Zug vorgeben. Ich habe aber auch auf Respekt zu achten, muss leider auch mal jemanden vom Platz nehmen und werde doch nur an den Resultaten gemessen, obwohl ich kaum direkten Anteil daran habe.

Das bringt mich direkt zur Frage nach meinen Führungsqualitäten. Da muss ich länger überlegen. Kann man in in einem Team von Spezialisten überhaupt gut sein, wenn man von höchstens 5% der Arbeit behaupten kann, dass man diese auch selbst übernehmen könnte? Wenn man zwar Ahnung über die Richtung, aber kaum eigene Kompetenz für den Weg hat? Ich entwickle nicht, ich schule oder parametrisiere nicht, ich supporte nicht (zumindest nicht unsere Kunden), ich installiere nichts und komme auch durch keine Firewall. Ich bereite weder Messen noch Veranstaltungen vor, ich verkaufe selten und ich bin auch nicht beim Echtstart dabei. Alles das machen meine Mitarbeiter, teilweise seit langen Jahren, in einer hohen Verlässlichkeit und Qualität, für die ich dankbar bin. Ich habe hohen Respekt vor der Disziplin, die dazu notwendig ist. ERP entwickeln, vermarkten und in individuellen Anwendungsszenarien kontinuierlich zu betreuen, hat mich Respekt gelehrt für die Kontinuität alltäglicher Arbeit. Wie oft ist mir erst beim Ausfall eines Kollegen aufgefallen, wie gut sich die Normalität seiner verlässlicher Arbeit anfühlt? Aus Respekt gegenüber der Arbeit aller Kollegen, die täglich in hoher Disziplin das Erwartete leisten, schulde ich allen Disziplin und das Aufstellen klarer Regeln. Damit unsere tägliche Arbeit Routine bleiben kann und unsere Verlässlichkeit Normalität bleibt. Und wenn uns zwischendrin der Ausbruch gelingt, wir wirkliche Innovationen entstehen lassen können und die Grenzen des Leistbaren verschieben können, dann macht dieser Job richtig Spaß. Leider gibt es aber auch die Momente, wo es genau anders herum läuft. Das Normale, das Erwartbare klappt nicht und irgendwie schaffe ich es nicht, das eigene Projekt zum Projekt des Teams zu machen. Das fühlt sich immer dann besonders schlecht an, wenn ich von dem Wert der Sache wirklich überzeugt bin. Und weil ich leider viel zu häufig auch diese negativen Gefühle erfahre, bin ich mir über meine Führungsqualitäten gar nicht so sicher.

So geht es mir auch mit diesem Blog. Ich habe vor zwei Jahren die Initialzündung zu diesem Projekt gegeben, weil ich zutiefst davon überzeugt war und bin, dass dieses Unternehmen viel mehr Qualitäten hat, über die es sich zu berichten lohnt. Und natürlich sind alle Mitarbeiter aufgefordert, möglichst viel eigene Sichten zu veröffentlichen. Und es gibt Mitarbeiter, zu deren festgelegten Aufgaben es gehört, die Kontinuität dieses Blogs sicherzustellen. Und es gibt Abteilungsleiter, die aufgefordert sind, ihren Mitarbeitern auf ihren Wegen zu helfen. Und es gibt das Marketing, was all das überwacht. Und weil ich über allem wache, kann ich heute nur feststellen, dass uns hier der Ausbruch aus der eigenen Komfortzone nicht gelingen will. Qualität und Anzahl der Beiträge sinken sogar, anstatt dass wir auch hier über die wirklich vielen guten Initiativen und Innovationen berichten. Aber eigentlich sind wir so gar nicht. So haben wir doch gerade beim Forum gezeigt, was in uns steckt. Fatalerweise darf der Trainer aber auch im Fußball nicht einfach den Ball selbst im Tor versenken. Und so muss ich mich heute fragen, ob ich schlicht bei der Vorgabe der Regeln nicht klar genug war. Ob es mir nicht gelungen ist, den Sinn des Spiels zu vermitteln, oder aber - noch schlimmer - ob es nur am Respekt gegenüber unseren eigenen Regeln mangelt. Das Internet schafft Transparenz, Sie können also sehen, ob es uns mit dem nächsten Anlauf gelingt, unsere Komfortzone nachhaltig zu verlassen. Vielleicht hat ja jemand von ihnen einen guten Tipp, wie ich aus meiner Idee „Blog“, doch noch das Projekt meines Teams mache? Ich warte sehnsüchtig darauf, dass dieses Projekt nicht nur mein Projekt ist. Dann gäbe es Grund zu feiern.

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    1 Kommentar

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    Reto Kessler, Heiner Ackermann Consulting AG

    Sehr geehrter Herr Kühl
    Sie sprechen mir aus der Seele. Wir kämpfen da wohl mit den gleichen Herausforderungen. Weil Sie nach einem Tipp fragten: Zweck-Sinnkompplung in "Organisation für Komplexität" von Niels Pfläging (S. 27).
    Und bitte schreiben Sie weiter, denn wir lesen.
    LG
    R.K.

    • am 24.11.2015