Was leisten moderne ERP-Systeme?
Godelef Kühl Strategie ERP, ERP-Lösung, ERP-Einführung

Was leisten ERP-Lösungen für das tägliche Geschäft

Viele sehen den ERP-Markt in einer Phase der Stagnation. Während die Welt nach Innovationen trachtet, liefert die ERP-Lösung nach der Vorstellung vieler doch nur einen etablierten, langweiligen Beitrag Betriebswirtschaft per Datentechnik abzubilden. Eine Art Excel in komplexer Verpackung also. An dieser Sichtweise auf den ERP-Markt tragen die etablieren Namen der Branche ein gut Teil Schuld. Wenn große Marktteilnehmer die IT-Budgets vermehrt durch hohe Wartungs- und Anpassungskosten allokieren, bleibt weniger Raum für Wachstum und Innovation. Das ist der Nährboden, auf dem sich die neuen Cloud-Anbieter als vermeintlich günstige Alternative tummeln.

Also App statt Applikation? Ist die ERP-Lösung der Zukunft eine Cloud-Lösung?

Noch hat die Cloud kaum Zugang zum deutschen Mittelstand gefunden. Der Architekturumbruch schafft aber weitere Verunsicherung. Dabei leistet eine gute ERP-Lösung weit mehr als der simple, technische Gedanke an Betriebskonzepte oder Architekturmodelle verrät.

Das wird spätestens dann deutlich, wenn die Geschäftsleitung eines Anwenders erkennt, dass man mit den alten Strategien im eigenen Markt ins Hintertreffen gerät. Wenn erkannt wird, das digitale Wertschöpfung Teil des eigenen Überlebenskonzepts werden muss. Wir sehen heute ERP-Anwender, die früher nur produzierende Unternehmen waren, aber heute Marken und Vertriebswege aufbauen. Wir sehen Hersteller, die den Endkunden direkt adressieren. Wir sehen Versandhändler, die in die Fläche gehen und plötzlich Filialbewirtschaftung benötigen. Wir sehen Einzelhändler, die Eigenmarken entwickeln und Produktionsplanung integrieren. Kryptischer ausgedrückt - wir erleben den vertikalen Umbau komplexer Wertschöpfungsketten. Von der Öffentlichkeit kaum thematisiert, wird die Komplexität der heutigen Arbeitswelt dank anpassungsfähiger ERP-Systeme bewältigt. Automatisieren, Kontrollieren, Prozesse steuern und auch Entscheidungen treffen erfolgt in immer mehr Unternehmen hochautomatisiert auf Basis von ERP-Software. Und die ist in der Einzelentscheidung fast immer besser als der Mensch, schneller ist sie sowieso und zuverlässiger auch. Damit ersetzen ERP-Lösungen keinesfalls Menschen, ein gut eingeführtes ERP-System liefert aber das Fundament einer wissensbasierten Organisation und ermöglicht den darin arbeitenden Menschen die Konzentration auf Aufgaben, die eine höherwertige Wertschöpfung ermöglichen. ERP-Software verbessert also die auch von der Politik so gerne zitierte Arbeitsproduktivität. In meinen Augen übrigens nachhaltiger als Politik.

Technik und Cloud spielen dabei eine wichtige Rolle, da der Zugang zu komplexen Lösungen deutlich vereinfacht wird. Die gebotenen Möglichkeiten sind aber heterogener, als es der einfache Blick auf vermeintlich neue Spieler im Markt vermittelt. Denn die einfache Regel, dass eine ERP-Einführung per se schon wirtschaftliche Rahmenbedingungen schafft, funktioniert in der komplexen Wirtschaftswelt nicht mehr.

Wie unterscheiden sich ERP-Lösungen voneinander? Was kann A, was B nicht kann? Und welche Erwartungen stellt das Unternehmen an das System?

Lagerkosten senken und Erlöse rauf, Lieferfähigkeit verbessern, Durchlaufzeiten minimieren - das waren die alten Grundsätze der ROI-Berechnung einer ERP-Lösung. Aber sind das wirklich ERP-Parameter? Oder nicht doch eher Fragen an Betriebsorganisation und Management?

Wie also hilft ERP-Software das Geschäft zu optimieren?

Nach meinen Erfahrungen vor allem dadurch, dass durch eine integrierte ERP-Lösung die obigen Fragen nicht mehr als isolierte Probleme einer Abteilung verstanden werden können. ERP Software zwingt Unternehmen durch klares Prozessmanagement zu unternehmenseinheitlichen Lösungen. ERP Software zwingt das gesamte Unternehmen zu einem einheitlichen Zielverständnis. Wollen Sie also Lagerkosten senken oder Durchlaufzeiten minimieren, wollen Sie Prozesse automatisieren oder schlicht Übersicht gewinnen? Wenn Sie diese Fragen beantworten können, wissen Sie um die Ziele Ihrer ERP Einführung.

Und kann ich dann so den ROI meiner ERP-Lösung errechnen?

Nein, die einfachen Antworten sind leider schon aus. Nehmen wir an, Sie sparen 30% Zeit bei der Fakturierung und freuen sich über die automatische Bearbeitung der neuen Webshop-Aufträge. Reduzieren Sie jetzt Ihre Mannschaft oder haben die einfach mehr Zeit zum Kaffee trinken? Erst in der Beantwortung dieser Frage liegt der ROI. Der Mehrwert entsteht durch die ganzheitliche Prozessdenke.

Die folgenden drei Fragen helfen Ihnen bei der Strukturierung welchen Lösungsbeitrag Sie von Ihrer ERP Software erwarten:

  1. Was sind ihre strategischen Ziele?
  2. Welche Prozesse muss ich ändern, um die Ziele zu erreichen?
  3. Wie können diese Prozesse bestmöglich automatisiert werden?

Die ideale ERP-Lösung ist also die, die Ihnen bei der Erreichung ihrer strategischen Ziele hilft. Und daran sollten Sie auch Ihren ERP-Partner messen.

Weitere Informationen

    0 Kommentare

    Neuen Kommentar schreiben

    Dies ist ein Pflichtfeld!
    Keine Kommentare gefunden!