Moderne Beschaffungssysteme
Cornelia Kunkis-Becker Strategie ERP, Logistik, ERP-Lösung

Moderne Beschaffungslogistik

Die Optimierung standortübergreifender Prozesse, auch Supply Chains oder Lieferketten genannt, haben Modeerscheinungen wie z. B. Just-in-Time-Lieferungen hervorgebracht. Gerade dieser Ansatz hat dazu geführt, dass sich Läger von Unternehmen auf die Straße verschoben haben. Ungeplante Staus, zunehmender Verkehr und infrastrukturelle Probleme waren und sind oftmals die Verursacher von Produktionsengpässen und -stillständen. Ein „alles-Löser“ ist Just-in-Time somit nicht – doch was dann?

Heutige Ansätze der Beschaffungslogistik betrachten deshalb die Planung, die Steuerung und den Fluss von Materialien, Waren und Kaufteilen. Und das vom Lieferanten bis zur Warenbereitstellung an den Produktionslinien und Werkstattplätzen. Der Durchsatz von Teilen und Waren wird dabei ebenso betrachtet wie die entsprechenden Wiederbeschaffungszeiten. So lassen sich mit dieser ganzheitlichen Betrachtung Beschaffungskosten analysieren. Dazu zählen auch Transport- und Behälterkosten, von den Standzeiten der Bänder einmal ganz abgesehen.

Optimaler Bestand als oberstes Ziel

In der Analysephase ist es daher zunächst wichtig sich einen Überblick über die bisherigen Einkaufsgewohnheiten zu verschaffen. Fragen wie: „Zu welchem Preis wird welche Menge gekauft?“ oder „Wie häufig wird bestellt?“, lassen die Vermutung zu, dass verschiedene Mitarbeiter fast gleichzeitig identische Produkte einkaufen – ein Risiko vor allem dann, wenn die Mitarbeiter an verschiedenen Standorten agieren. Ziel sollte jedoch sein, dass solche „Doppelkäufer“ vermieden werden. Für den Einkäufer oder Lead-Buyer hingegen ist es unerlässlich, dass er für seine Produkte den optimalen Bestand kennt und anhand dessen Waren und Prozesse steuert. Denn sein Ziel ist es, mit langfristigen Verträgen größere Volumina für eine verbrauchsorientierte Wiederbeschaffung sicherzustellen. Auch das gelingt besser, wenn nicht von verschiedenen Mitarbeitern identische Produkte eingekauft werden. Zur Ermittlung dieses optimalen Bestandes, auch unter der Betrachtung des Kommunikationsflusses, gehört eine moderne IT-Infrastruktur.

Die Möglichkeiten von modernen ERP-Lösungen

Ein Vorteil ist sicherlich, dass moderne ERP-Lösungen ein automatisches Bestellvorschlagswesen beinhalten, das seine Daten aus dem Lagerwesen, der Warendisposition, der Auftragsbearbeitung, der Produktion oder auch dem Service-Management bezieht. In Kombination mit der Erfahrung des Einkäufers lassen sich Bestellvorschläge dann oft schnell und sicher in Bestellungen umwandeln. Die Warendisposition eines ERP-Systems optimiert zudem die Lagerhaltung und erstellt Prognosehorizonte und Reichweitenformeln – meist artikelgenau. Und mit der sogenannten Rückstandsauflösung kann dann, wiederum über einstellbare stochastische Verfahren, die Verteilung der Güter vorgeschlagen werden. Gerade für Standorte, an denen mehr Ware verkauft werden könnte als verfügbar ist, ist die Rückstandauflösung von Vorteil.

Bereits heute werden ERP- und Einkaufsfunktionen oftmals über Portale und Web-Applikationen bereitgestellt. Doch bevor Einkaufsabteilungen ihren Lieferanten über einen rollenbasierten Zugang die Überwachung von Mindestbeständen überlassen, ist es erforderlich im Unternehmen zu regeln wie Nachschübe organisiert werden und zu definieren ob beispielsweise Spediteure eine zentrale Anlieferung vornehmen können.

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