Digitaler Wandel
Godelef Kühl Strategie ERP, Digitaler Wandel, Digitalisierung, Digitale Transformation

Digitaler Wandel - Fluch oder Segen?

Als ich vor 15 Jahren meine Ausbildung abschloss war man in meinem Ausbildungsbetrieb gerade dabei sich von den letzten Workstations zu trennen. Wer erinnert sich nicht an den schwarzen Monitor mit grüner Schrift? Natürlich freute ich mich auf den neuen PC, der folgen sollte, gab es doch an den Workstations kein Word oder gar Outlook, aber ich wollte doch dabei sein: mitschreiben, mitlesen und auch mal lustiges versenden. Bunt, schnell und immer aktuell – so dachte ich damals, als Handys noch gefühlte 100 kg wogen, größer aussahen als ein Schuhkarton dabei aber am Wochenende mindestens dreimal stundenlang aufgeladen werden mussten. Geht es nicht besser?

Doch! Die Handys schrumpften, wurden leichter, die Akkus leistungsfähiger und auch die Betriebskosten günstiger. Gleichzeitig verbreitet es sich, nicht nur Chefs und Very Important Persons (VIP) hatten eines, sondern immer mehr Menschen. In meiner damaligen Firma wurde Lotus Notes als Intranet-Lösung eingeführt. Alle Kollegen sollten darin die Projekte pflegen. Jeder sollte parallel darauf zugreifen können, ohne dass Doubletten entstanden, Dokumente fehlten oder Termine „vergessen“ wurden. Vorteilhaft war auch, dass die E-Mails aus Lotus-Notes direkt dem Projekt zugeordnet werden konnten.

Kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Nicht nur bei unserer ERP-Lösung sondern auch privat. Ob bei Facebook oder Google+ wir posten zeitgleich in den Profilen, stellen Fotos und Bilder mit Kommentaren online, beantworten Fragen und werden an Termine erinnert – ok, es sind die Geburtstage von Freunden, aber dennoch, vieles ist ähnlich. Das private Verhalten hat sich in manchen Dingen der unternehmerischen Entwicklung angepasst.

Es geht aber auch umgekehrt. Denn durch die mobile Entwicklung, den Smartphones und Tablets, der ständigen Erreichbarkeit und der Vernetzung miteinander, kommt es auch zu Auswirkungen von privat auf beruflich. Private Smartphones werden genutzt, zur Terminkoordination, um geschäftliche E-Mails auch unterwegs zu erhalten oder auch, um Kommentare und Nachrichten der Unternehmensprofile in den Social Media Kanäle zu beantworten. Wir kommunizieren, arbeiten und wirtschaften digital und das stellt auch Herausforderungen an Unternehmen. Denn das digitale Zeitalter verändert Struktur und Wertschöpfungskette aller Unternehmen und Branchen. „Nur Unternehmen, die sich schnell genug an die veränderten technologischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anpassen, werden den digitalen Darwinismus überleben“, sagt Roland Tichy, Chefredakteur der WirtschaftsWoche. Auch Godelef Kühl, mein Chef, hat dazu eine klare Meinung: „Die Zeiten waren noch nie so gut, um in der Verbindung von Unternehmergeist und Technologie etwas wirklich Neues zu schaffen.“

Und ich? Ich vermisse manchmal, aber nur manchmal „die gute alte Zeit“. Größtenteils freue ich mich über den digitalen Wandel und wenn mich mein Smartphone dann doch mal nervt – es hat einen Knopf zum Ausschalten!

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