Ziele einer ERP-Einführung
Godelef Kühl Strategie ERP, ERP-Einführung, Strategie

Die Ziele einer ERP-Einführung

„Wer sich dem Notwendigsten widmet, geht überall am sichersten zum Ziel.“ soll Johann Wolfgang von Goethe gesagt haben. Und wir erahnen schon, worauf wir bei einer ERP-Einführung achten sollten. ERP-Lösungen und ERP-Systeme sind die Basis betrieblicher Informationsverarbeitung, die Ziele einer ERP-Einführung sind also in der Regel genauso zahlreich und bunt, wie die unterschiedlichen Anforderungen von Fachabteilungen, Mitarbeitern und dem Management.

Wen wundert es da, dass eine ERP-Auswahl eher selten als gelungenes Projekt in die Unternehmenshistorie eingeht. Die überwiegende Mehrheit der ERP-Pflichtenhefte sammelt fleißig Features und Anforderungen der Fachabteilungen. Übergeordnete Ziele oder gar das eine klare Ziel einer ERP-Einführung finden sich nach unserer Erfahrung selten im ERP-Pflichtenheft. Wie aber wollen Sie den Erfolg von ERP-Lieferant oder Projektmitarbeiter messen, wenn Sie Ihre Messkriterien nicht publik machen? Dabei ist der Weg zum Erfolg viel einfacher als es Ihnen ERP-Auswahlberater oder die diversen Ratgeber vermitteln wollen.

Benennen Sie Ihre Entscheidungskriterien und formulieren Sie eine eindeutige Erwartungshaltung. Sammeln Sie die Punkte, die nach Ihrer Einschätzung den größten Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben.

Konzentrieren Sie sich auf wenige, aber strategisch wichtige Punkte und beschreiben Sie, wie Sie den Erfolg definieren.

Wir geben Ihnen nachstehend ein paar Beispiele:

  1. Ziel: Prozess-Qualität
    Wir wollen zukünftig keine Doppelt-Eingaben von Daten in unterschiedlichen Systemen mehr. Egal ob CRM, ERP, Logistik oder Rechnungswesen – die einheitliche Nutzung der Daten in einem System schafft Synergien. Wir sparen Arbeitszeit unserer Mitarbeiter, vermeiden manuelle Abstimmungen und können uns auf konsistente, aktuelle Daten verlassen. Wenn die Buchhaltung einen Kunden wegen schlechter Zahlungsmoral sperrt, dann sieht das unser Verkauf automatisch in seinem CRM.
  2. Ziel: Kapitalbindung reduzieren
    Durch die einheitliche Nutzung einer betriebswirtschaftlichen Applikation in allen Unternehmensteilen erreichen wir eine bessere Durchlaufzeit unserer Aufträge. Die Umstellung auf eine kundenorientierte Produktion und Lagerhaltung soll die Kapitalbindung um x % reduzieren und gleichzeitig die Lieferqualität und -treue erhöhen.
  3. Ziel: Prozessintegration
    Natürlich haben wir auch zukünftig Abteilungen. Aber unser neues ERP-System hilft uns durch modernes Workflow-Design dabei ganzheitliche Prozesse zu implementieren und die Abstimmungen zwischen Fachabteilungen zu strukturieren und zu automatisieren. Gleichzeitig werden die vereinbarten Regeln grafisch dokumentiert, so dass auch das Wissen über betriebliche Abläufe von allen genutzt werden kann. Das Management erhält ein Werkzeug, das die betriebliche Transparenz fördert und die Durchlaufzeiten einzelner Prozesse offenlegt. Änderungen in unseren Geschäftsprozessen können zukünftig immer an ihrem Nutzen für das Gesamtunternehmen gemessen werden.
  4. Ziel: Prozessautomatisierung
    Unsere diversen E-Commerce-Plattformen und Webshops werden heute noch manuell mit Daten bestückt. Wir wollen zukünftig einen einheitlichen Produktstammdatenkatalog, klare Preise für die unterschiedlichen Vertriebswege und vollautomatisierte Auftragsabwicklungsprozesse haben. Alleine durch die Automatisierung folgender Tätigkeiten x, y und z sparen wir zukünftig Arbeitsstunden und vermeiden Bearbeitungsfehler.
  5. Ziel: Self Service
    Wir wollen unser ERP-System für Kunden und Lieferanten öffnen. Kunden können Aufträge und Serviceanfragen eigenständig erfassen. Lieferanten werden über vollautomatische Verfahren wie z.B. EDI oder aber unser neues Lieferantenportal eingebunden, so dass Preisanfragen und Stammdatenpflege autonom durch den Lieferanten vorgenommen werden und von uns zukünftig nur noch gegengeprüft werden. Dadurch gewinnen wir alleine x % an Personaleffizienz.

Fazit:

Natürlich gibt es zahlreiche weitere Ansatzpunkte, um die möglichen Ziele einer ERP-Einführung festzuschreiben. Wichtig ist, dass Sie die Chancen einer an strategischen Zielen ausgerichteten ERP-Einführung klar beschreiben und sich Ihre Ziele nicht auf den theoretischen, funktionalen Erfüllungsgrad einer ERP-Lösung reduzieren lassen. Natürlich ist auch die funktionale Abdeckung Ihrer Bedürfnisse ein Kriterium, beurteilen Sie aber jede zusätzliche funktionale Anforderung kritisch und bedenken Sie, dass steigende Komplexität die Erreichung der strategischen Ziele erschwert. Richtig austarierte ERP-Projekte bringen nach unserer Erfahrung den sichersten Return on Invest (ROI) für Ihr Unternehmen.

Weitere Informationen

    0 Kommentare

    Neuen Kommentar schreiben

    Dies ist ein Pflichtfeld!
    Keine Kommentare gefunden!