Versandhandel im Wandel
Godelef Kühl Strategie-Markt ERP, Versandhandel, e-Commerce

Versandhandel im Wandel

Die zunehmende Digitalisierung hat die traditionellen Handelsstrukturen grundlegend verändert: Online-Vertriebswege gewinnen zunehmend an Bedeutung und drängen den stationären klassischen Handel immer mehr in den Hintergrund. Nach Angaben des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) erzielte die Branche im zweiten Quartal 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zu den umsatzstärksten Waren zählten dabei Textilien, dicht gefolgt von Elektronikartikeln sowie Büchern, Bild- und Tonträgern.

Das Ergebnis belegt, dass immer mehr Verbraucher mit der Maus auf Shoppingtour gehen und sich ihre Bestellungen liefern lassen. Die Vorteilegegenüber dem klassischen Ladenhandel liegen dabei klar auf der Hand: Es gibt keine Öffnungszeiten, langes Suchen oder lästiges Warten an der Kasse. Stattdessen können Kunden bequem von zu Hause einkaufen.

Um erfolgreich am Markt zu bestehen, müssen Versandhändler auf diese veränderten Kundenbedürfnisse reagieren. Hinzu kommt, dass die Branche sehr dynamisch, die Konkurrenz enorm stark ist. Als prominentes Beispiel für ein Unternehmen, das den Internettrend verschlafen hat, gilt das Traditionshaus Neckermann. Der Versandriese musste Insolvenz anmelden, weil er nicht länger mit dem Wettbewerb aus dem Netz mithalten konnte. Fest steht: Ohne innovative IT- und Warenwirtschaftssysteme, die betriebswirtschaftliche Prozesse optimieren, ist es für Online- und Versandhändler kaum mehr möglich, wettbewerbsfähig zu bleiben. „Besonders Unternehmen aus den Bereichen Versandhandel und E-Commerce unterliegen dynamischen Marktanforderungen wie kaum eine andere Branche. Eine intensive Kundenausrichtung und ein rasanter Wettbewerb bestimmen den Alltag. Gerade deshalb ist es zwingend notwendig, Unternehmensprozesse genau zu überprüfen und kontinuierlich Maßnahmen zur Effizienzsteigerung zu ermitteln“, erklärt Godelef Kühl, Gründer und Geschäftsführer des Mainzer ERP-Anbieters godesys. „ERP versetzt Unternehmen in die Lage, digitale Prozessketten umzusetzen – eine technologische Entwicklung, die Versandhändler unbedingt im Auge behalten sollten.“

Trotz dieser Erkenntnis verfügen die meisten Unternehmen nach wie vor über sehr heterogene IT-Landschaften, die sich vor allem durch Eigenentwicklungen und Insellösungen auszeichnen. Die Folge: Neue Artikel müssen aufwändig manuell in unterschiedlichen Systemen gepflegt werden. Häufig sind die Preise in den verschiedenen Kanälen inkonsistent, wodurch schnelles Reagieren auf den Wettbewerb kaum möglich ist und wertvolle Marge verschenkt wird. Um diese Informationsdefizite zu beseitigen, müssen sämtliche Daten integriert und vorhandene Insellösungen durch konsequente Vernetzung aufgelöst werden. Digitale Transformation schafft die Voraussetzung, dass Daten zirkulieren und sich effizient nutzen lassen. Diese Entwicklung gewinnt durch die zunehmende Verbreitung von Internet-Breitbandanschlüssen immer mehr an Bedeutung. Um mehr Transparenz zu schaffen und die Prozesseffizienz zu steigern, sollten sich Versandhändler daher mit der Integration von Prozessen beschäftigen – vom Webshop bis in den Einkauf.

Wie sich eine moderne ERP-Lösung in der Praxis bewährt, zeigt das Beispiel eines mittelständischen Anbieters von Audiosystemen, der im Jahr 2009 ein solches System einführte. Das Unternehmen, das neben erstklassigen Produkten auch einen rein direkten Verkaufsansatz vorzuweisen hat, nutzte anfangs noch eine selbstentwickelte Lösung. Diese war zwar stark an die unternehmensinternen Prozesse angelehnt, allerdings nicht standardisiert und durchgängig inperformant. Durch das stetige Unternehmenswachstum stieß die Lösung an ihre Grenzen und konnte insbesondere große Datenmengen nicht länger halten. Die unzureichende Geschwindigkeit und die Tatsache, dass Datenmengen nicht mehr bewegt werden konnten, erschwerten die Lage zusätzlich. Ziel der Systemerneuerung war auf wirtschaftlicher Seite vor allem die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und damit die Absicherung des Unternehmenswachstums. Technisch sollten sämtliche Geschäftsprozesse automatisiert werden. Für den Direktversender hatte die Integration des ERP-Systems in den Webshop und zu anderen Handelsplattformen wie Amazon oder eBay oberste Priorität. Daneben musste das System an die Lösungen der Logistikdienstleister und Zahlungsanbieter angebunden werden.

Mit der Warenwirtschaftslösung godesys ERP, die speziell die Versandhandelsbranche adressiert, laufen bei dem Versandhändler heute alle Aufträge vollautomatisiert ab. Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass täglich eine große Anzahl an Bestellungen abgefertigt werden kann, ohne dass Mitarbeiter in die Vorgänge involviert sind. Geht etwa ein Auftrag über den Webshop oder ein externes Verkaufsportal ein, wird dieser automatisch validiert, durch das System geschleust und nach eingehender Prüfung ausgeführt oder aber automatisch für Verpackung oder Auslieferung an die Subunternehmer weitergeleitet. DieseProzessverbesserung ist ein großer Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen, da es mit wenig Personal sehr viel Umsatz generieren kann. Vor der Systemeinführung waren allein für die Auftragsbearbeitung einschließlich Sichtung des Lagerbestands, Versandvorbereitung oder Kommissionierung zahlreiche Arbeitsschritte notwendig. All diese Vorgänge erledigt heute godesys ERP.

Auch im Kundenservice konnte die Lösung viele Prozesse enorm optimieren. So ließ sich der Retourenprozess beispielsweise vollautomatisieren. Hat ein Kunde heute Probleme mit einem Produkt, erhält er schnellstmöglich Ersatz. Sobald die Retourenlieferung eingetroffen ist, wird sofort Neuware rausgeschickt – und das noch bevor die Ware wirklich geprüft wurde. Oberste Priorität hat stets der Kunde. Konkret heißt das, dass dieser via Webshop sein Anliegen meldet und die Ware zurückschickt. Sobald die richtige Menge an Paketen mit dem richtigen Gewicht das Lager erreicht hat, wird noch am selben Tag ein neues Gerät rausgeschickt. So schafft es der Audio-Experte, ohne großen Aufwand innerhalb kürzester Zeit dem Kunden Ersatz zu liefern. 

Immer mehr Versandhändler erkennen den Mehrwert von ausgefeilten ERP- und Warenwirtschaftslösungen und investieren in derartige Systeme, um für zukünftiges Wachstum gerüstet zu sein. ERP-Experte Kühl resümiert: „Das Internet hat die traditionellen Handelsstrukturen grundlegend verändert. Für viele Unternehmen ist der Online-Kanal zu einem sehr wichtigen Absatzmedium geworden. Ohne den Einsatz von innovativen ERP-Systemen, die betriebswirtschaftliche Prozesse optimieren, ist es für Versandhändler daher kaum mehr möglich mitzuhalten.“

Weitere Informationen

    0 Kommentare

    Neuen Kommentar schreiben

    Dies ist ein Pflichtfeld!
    Keine Kommentare gefunden!