Retail-Trends 2013
Kevin Reiner Strategie-Markt ERP, Retail

Retail-Trends 2013 - Digitale Transformation, Self-Service und Virtualisierung

Der Handel ist seit jeher von Wandel geprägt. Dies zeigt etwa die zunehmende Digitalisierung, die die traditionellen Handelsstrukturen grundlegend verändert haben. Online-Vertriebswege gewinnen immer mehr an Bedeutung und drängen den klassischen stationären Handel langfristig in den Hintergrund. Ohne den Einsatz von innovativen IT- und ERP-Systemen, die betriebswirtschaftliche Prozesse optimieren, ist es für Handelsunternehmen kaum mehr möglich, wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir zeigen auf, welche technologischen Entwicklungen der Handel im Auge behalten sollte:

1. Digitale Transformation – Verbesserung der Prozesseffizienz durch digitale Technologien

In vielen Filial-Handelsunternehmen sind heute nach wie vor sehr heterogene IT-Landschaften vorzufinden, die vor allem durch Eigenentwicklungen und Insellösungen geprägt sind. Die Folge: Händler haben keinerlei Daten darüber, welche Warenwerte sich in den einzelnen Filialen befinden. Lediglich die Zentrale kann die jeweiligen Kassenumsätze einsehen. Informationen über verkaufte Artikel fehlen komplett. Damit diese Informationsdefizite beseitigt werden, müssensämtliche Daten integriert und vorhandene Insellösungen durch konsequente Vernetzung aufgelöst werden. Digitale Transformation schafft dabei die Voraussetzung, dass Daten zirkulieren und effizient genutzt werden können. Dieser Trend gewinnt durch die zunehmende Verbreitung von Internet-Breitbandanschlüssen immer mehr an Bedeutung beim Einsatz von ERP im Handel. Um mehr Transparenz zu schaffen und darüber Prozesseffizienz zu erlangen, sollten sich Händler daher im kommenden Jahr mit der Integration von Prozessen beschäftigen – von der Kasse bis in den Einkauf.

2. Self-Service – schneller und komfortabler


2013 werden Self-Service-Lösungen im Filial-Handel einen gewaltigen Schub nach vorn erleben. Die Vorteile solcher Systeme liegen auf der Hand: Kunden erhalten gewünschte Informationen auf einen Blick und ersparen sich lange Wartezeiten. Derzeit finden sich die meisten Self-Service-Angebote imLebensmitteleinzelhandel. Doch im kommenden Jahr werden derartige Lösungen auch zunehmend in Bau-, Elektro- oder Textilmärkten Einzug halten. Dabei bezieht sich Self-Service schon längst nicht mehr nur auf Preisauskünfte oder SB-Kassen. Neue Einsatzszenarien sind beispielsweise im Textilhandel zu finden: Sucht sich ein Kunde etwa eine Hose aus, bekommt er über einen Self-Service-Terminal erweiterte Hinweise zur Ware, beispielsweise welches Oberteil zur Hose passt. Branchenübergreifend werden in Zukunft Selbstbedienungslösungen Angaben zur Verfügbarkeit von Waren machen. Ist etwa ein Paar Schuhe in Filiale A in einer bestimmten Größe nicht mehr verfügbar, erfährt der Kunde mit wenigen Klicks, ob es in einer anderen Filiale erhältlich ist. Falls ja, kann der Kunde die Ware entweder direkt vor Ort bestellen und sich nach Hause schicken lassen oder aber er holt sie alternativ in der Filiale ab. Damit sind Self-Service-Systeme wichtige Umsatztreiber für Handelsunternehmen.

3. Virtuelle und Drive-in-Supermärkte – stressfreier online einkaufen

Einkaufen, ohne dafür einen Laden betreten zu müssen – was für uns noch nach Zukunftsmusik klingt, ist in Asien längst Realität. Möglich machen es riesige Plakate, die Verbrauchern suggerieren, vor Supermarktregalen zu stehen. Vorreiter ist die koreanische Supermarktkette Homeplus, die mit ihren virtuellen Stores zu den Kunden kommt. Gerade für Berufstätige sind Lebensmitteleinkäufe meist lästige Pflicht und sehr zeitraubend. Homeplus bietet seinen Kunden über virtuelle Supermarktregale die Möglichkeit, unterwegs einzukaufen – etwa in U-Bahn-Stationen. Verbraucher müssen dafür einfach nur mit ihrem Smartphone den QR-Code des jeweiligen Produkts scannen, die Ware landet anschließend automatisch im Einkaufswagen des Homeplus-Online-Shops. Nach Bezahlung wird der Einkauf noch am selben Tag nach Hause geliefert. Für Homeplus-Kunden stellt dieser Service eine enorme Zeitersparnis dar. Ähnlich zeitsparend ist das Angebot einer deutschen Supermarktkette: Kunden können in einem so genannten Drive-In-Supermarkt tagsüber im Internet ihre Bestellung aufgeben und am Abend vor Ort in einer gesonderten Zone die verpackte Ware abholen. Lästiges In-der-Schlange-stehen gehört damit endgültig der Vergangenheit an. Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Verbraucher mobil im Datennetz unterwegs sind, ist eine für diese Anforderungen optimierte Bestellplattform eine der größten Herausforderungen, wenn Einzelhändler auch in Zukunft erfolgreich im Markt bestehen wollen.

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