Das ERP der Zukunft
Godelef Kühl Strategie-Markt ERP, ERP-Lösung, Big Data, Internet of Things, IoT

Das ERP der Zukunft

Der heißeste Trend im Internet ist aktuell IoT - also das Internet of Things. Nicht der Austausch von Menschen über Browser oder Smartphone, sondern die Kommunikation zwischen Maschinen und Geräten (MtoM) wird zukünftig die Mehrzahl des Datenvolumens im Internet ausmachen.

Ein Ausblick

Für ERP-Anwender, aber auch für die Industrie und gewerbliche Anwendungen eröffnen sich dadurch völlig neue Möglichkeiten. IoT- Dienste interagieren mit Webservern, die jeweils mit den IoT-Objekten über das Internet verbunden sind. Die Steuerung dieser Dienste erfolgt zumeist über Apps, die für die mobilen Endgeräte der Endanwender bereitgestellt werden. Die betrieblichen Vorteile dieser digitalen Dienste liegen auf der Hand: Business-Modelle können automatisiert werden, Servicekonzepte und die Sharing-Economy werden weiter wachsen. Die Verbraucher-Bindung aus solchen Anwendungen wird Märkte komplett verändern. Egal ob Smart Home, Smart City, Fernwartung, Energiemanagement oder Nachschubsteuerung und Industrie 4.0 - spätestens mit dem flächendeckenden Mobilfunk-Standard 5G und dem weiteren Wachstum von Pilot-Anwendungen wird auch dem letzten analogen Entscheider klar werden, dass wir vor einem der größten Paradigmenwechsel der Wirtschaftsgeschichte stehen.

Kosten sparen und Qualität steigern mit dem ERP der Zukunft

Das ERP-System der Zukunft wird daher immer mehr Daten automatisiert verarbeiten müssen. IoT-Anwendungen werden ganze Geschäftsprozesse vollautomatisch abwickeln. Gebremst wird diese Entwicklung nicht etwa durch die Technik - die ist längst verfügbar - sondern durch den notwendigen Umbau der Systemlandschaften und das einhergehende Überdenken der Arbeitswelt. Was ich damit meine? Elektrizität wurde auch nicht durch die permanente Weiterentwicklung der Kerze erfunden. Für viele Szenarien fehlen uns schlicht kluge Köpfe und Vorbilder. Aber die Chancen sind gewaltig.

Die Just-in-Time Produktion mit einer sich vollautomatisch steuernden Lieferkette, die dank Tracking-Daten und damit permanenter Lokalisierung aller Vorprodukte auch die automatische Redisposition der Fertigungsaufträge beherrscht, wird nicht nur erhebliche Effizienzgewinne ermöglichen, sondern auch nachhaltige Qualitätsgewinne und Kostenreduktion erlauben. Intelligente Lieferketten werden auf Probleme, Verlust oder Verzögerungen weitgehend automatisiert reagieren. Aber auch der Absatz wird durch die Möglichkeiten einer permanenten Inventur und dem daraus resultierendem nachfragegesteuerten Pricing durch vollkommen neue Geschäftsmodelle verändert. Die Vermietung und Verpachtung von Wirtschaftsgütern wird massiv zunehmen, da Nutzungsgrad und Auslastung für Investitionsgüter nun mal die Effizienzschrauben sind.

Prognosegenauigkeit und Kundenwünsche

Und bei Convience-Produkten? Zuerst wird die Lagerhaltung zur Big-Data-Anwendung. Wenn Produktbestände permanent digital lokalisiert und online gegen Verkaufsdaten abgeglichen werden können, obsiegt die Prognosegenauigkeit des Computers gegen das Bauchgefühl des Einkäufers. Der Händler der Zukunft wird immer mehr Ware verkaufen, die niemals in seinen Besitz kommt. IoT-Sensoren steuern die Bedarfsströme punktgenauer, als es eine Marketingabteilung mit unbegrenztem Budget je könnte. Anwendungen wie der 3-D-Druck werden die auch morgen noch vorhandenen Probleme in einer Lieferkette abfedern. Die kostengünstige Fertigung individueller Einzelteile wird die industrielle Produktion von Grund auf verändern. Smarte Maschinen und Big Data schaffen digitale Profitabilität. Die Produkte der Zukunft werden künftig exakt nach Kundenwunsch hergestellt.

Unsichtbar und doch so effizient

Der Verbraucher profitiert von deutlich höherer Kundenorientierung, höchster Qualität und Flexibilität. Innovation und Digitalisierung, aber auch Geschäftserfolg und Digitalisierung sind untrennbar miteinander verbunden. Die ERP-Anwendung der Zukunft wird daher nicht mehr vornehmlich von den Mitarbeitern unserer Anwender bedient, sondern wird tief in die IoT-Dienste der Kunden unserer Kunden eingewoben sein. Anders kann das ERP seinen Wertbeitrag nicht abliefern. Da die Nutzung der einzelnen Dienste jeweils abrechnungsrelevante Daten erzeugen werden, müssen auch die Apps, die die Endkunden nutzen, mit dem ERP-System verbunden sein. So kann der ERP-Anwender seinem Kunden neue Dienste und Leistungen digital anbieten, die dieser einfach bestätigt.

Wird der Kunde meiner Kunden dazu seine Tastatur benutzen? Wohl kaum. Der Amazon Dash-Button zeigt, wozu RFID- Anwendungen heute schon genutzt werden können. Aber auch Anwendungen aus dem Bereich der Artificial Intelligence, insbesondere in der Spracherkennung, werden das ERP-System der Zukunft beeinflussen. Das ERP der Zukunft wird unsichtbar. Es ist immer da, aber im Idealfall nimmt es keiner wahr.

 

Erfahren Sie mehr:

godesys Blog: ERP-Trends 2017 - Teil 4: Ich sehe, dass ich nichts sehe

godesys Whitepaper: ERP-Beratung - Wie finde ich die richtige ERP-Lösung?

 

 

 

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