Mathias Schwaben Produkte ERP-Lösung, ERP-Einführung, Mobility

Buchstaben in Gefahr – Was passiert mit E, R und P?

Der Auftrag: Eine neue ERP-Lösung. Warum? Die alte wächst nicht mit, Updates Fehlanzeige und nichts daran ist auch nur einen Hauch dafür ausgelegt, die Chancen der digitalen Entwicklung zu nutzen. Das bedeutet im Klartext: Die Zukunft zieht vorbei. Das neue ERP ist ein Muss.

Aber ERP? Gibt’s das noch? Man könnte fast meinen, irgendetwas ominöses Neues sei nun an dessen Stelle getreten und regele alle Abläufe in den Unternehmen. Denn immer seltener tauchen diese drei Buchstaben auf den Internetseiten der Anbieter oder an den Messeständen auf, die einst genau damit Eindruck schinden wollten. Es ist halt irgendwie nicht mehr schick, das ERP.

Die neuen drei Buchstaben - APP

Drei andere Buchstaben ziehen die Kunden augenscheinlich magisch an: APP. So eine App an sich ist ja auch eine schicke Sache, so schön einfach. Zumindest, um mal nach dem Wetter zu schauen oder um ein paar E-Mails in den virtuellen Mülleimer zu kicken. Aber hallo! Wir sprechen hier von der Verknüpfung von Millionen Daten und unzähligen, miteinander verknüpften Prozessen eines mittelständischen Unternehmens. Und „Candy-Finanzwesen-Crush“ und „Farmville-Lohn“ mit der Retro-Erweiterung „Moorhuhn-Bewerber-Management“ sollen das Ganze wuppen? Im Leben nicht. Das passiert ebenso wenig wie ein Präsident ein Land per Twitter regieren kann.

Diese „Zerbröselung“ massiver Inhalte in scheinbar unendlich leicht andockbare Apps lassen den Riesenkuchen ERP natürlich in diesen Tortenstücken auf einmal viel günstiger erscheinen. Ein Happen hier, ein Happen dort. Aber es führt nun mal kein Weg daran vorbei: Die gesamte softwareseitige Steuerung eines Unternehmens ist eine komplexe Sache. Und auch die „Schäuble-easy-App für den Jahresabschluss auf Knopfdruck“ wird es nie geben.

Aber eines ist richtig: Die Komplexität sollte den Anwender nicht belasten. Denn was da nun im Hintergrund arbeitet, diese unzähligen digitalen Zahnräder und Antriebsriemen, die interessieren nicht den Mitarbeiter im Servicebereich, der gerade von unterwegs einen Auftrag als „abgeschlossen“ melden will. Der schaut auf sein Smartphone, wischt mit dem Finger zum richtigen Auftrag, tippt und macht damit in der Check-Box „abgeschlossen“ einen Haken. Das erscheint einfach und das ist gut so. Aber funktionieren kann das nur, weil eben der „große Brocken“ noch da ist, unsichtbar, aber harte Arbeit leistend. Und das kann er nur richtig gut, wenn er dabei die Anforderungen Ihrer Branche kennt und vielleicht hier und da noch neue Impulse für die Geschäftsstrategie geben kann, weil er weiß, was alles möglich ist. Und nach dieser Kombination zwischen klein und fein und groß und stark sind Sie nun auf der Suche, während manche Anbieter Ihnen falsche Fährten legen, aber sowieso alle Kunden aller Anbieter immer unheimlich zufrieden sind. Na dann viel Spaß.

Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Nun gibt es ja viele Seiten im Internet, die völlig unabhängig und zutiefst seriös ERP-Lösungen vergleichen. Na dann ist doch alles ganz einfach. Schön wäre das ja, aber natürlich ist vieles davon eben nicht so objektiv wie es wirken soll. Kennt man ja auch in Sachen KFZ-Steuer-Vergleich oder beim Vergleich privater Krankenkassen. Und selbst wenn: Was da an Häkchen gesetzt ist bei all den Funktionen, das setzen Sie doch voraus. Dass eine Finanzbuchhaltung alles kann, was die halt heute so können, das erwarten Sie doch ebenso, wie dass das dann auch bitte in Ihrem Unternehmen so funktioniert wie versprochen. Gleiches mit dem gesamten Rechnungswesen, der Warenwirtschaft, der Auftragsverwaltung etc. Was Sie wollen, dass sind saubere, klare Prozesse, die Ihr Unternehmen leistungsfähiger machen, Ihre Mitarbeiter und Ihre Maschinen; die Ihr Geschäft ankurbeln, die Unternehmensstrategie mit gestalten, die Ihre Kunden zufriedener machen und vielleicht sogar für ein „Ahhhh“ oder „Ohhhh“ der Begeisterung sorgen. Ja, das kann eine Lösung und Sie können Sie weiterhin ERP-System nennen.

Wie finden Sie nun die, die zu Ihnen passt? Die angesprochenen Prozesse sind in jeder Branche verschieden, gut, andere wieder ähnlich. Sie können also eine Software wählen, die ohnehin einzig und allein für Ihre Branche maßgeschneidert ist. Wenn Sie viel Glück haben, passt das und Sie müssen nur auf einen geringen Prozentsatz an Leistung verzichten. Kritisch wird es, wenn neue Anpassungen gefragt sind, weil wieder eine neue digitale Entwicklung die Welt schneller verändert, als man es gedacht hätte. Und wenn Sie doch einen Anteil an eigenen Prozessen in Ihrem Unternehmen haben, die andere genauso vielleicht nicht haben, dann bringt Ihnen die Standardlösung nichts mehr, so gut der Anbieter Ihre Branche auch kennt. Es sei denn, die Lösung ist anpassbar. Sie haben also den großen Brocken und der lässt sich formen, wie Sie ihn brauchen. Diesen ERP-Anbieter suchen Sie. 

Machen Sie sich also zunächst genaue Gedanken, wer Sie sind, was Ihr Unternehmen ist, wo es hin will. Sammeln Sie Ihre Unternehmensprozesse und schauen Sie auch, bei welchen Sie Verbesserungspotenzial sehen. Denn vergessen Sie nie: Es soll nicht einfach rund laufen mit der neuen Lösung, es soll besser laufen. Solange Sie nicht wissen, welche Anforderungen Sie haben, können Sie keine Entscheidung treffen.

 

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