Kauf, Miete oder Cloud?
Godelef Kühl ERP-Auswahl Cloud, ERP, Kauf, Miete

Kauf, Miete oder Cloud? Was ist das richtige Lizenzmodell

Ohne ein zuverlässiges ERP-System können Unternehmen heute im globalen Wettbewerb nicht bestehen. Während bis vor wenigen Jahren klar war, dass die Software nach dem Kauf in die Firmen-IT eingebettet werden musste, gibt es heute verschiedene Möglichkeiten, ERP-Services zu beziehen. Per Cloud Computing ist es möglich, IT-Leistungen flexibel und unternehmensspezifisch in Echtzeit als Dienstleistung über das Internet zu buchen und nach Nutzungsvolumen abrechnen zu lassen. Laut Prognosen der BITKOM wird sich der Umsatz mit Cloud-basierten Software-Lösungen für den B2B-Bereich in Deutschland bis 2016 verdreifachen.

Unternehmen müssen sich deshalb verstärkt damit auseinandersetzen, in welcher Form ERP bei ihnen bereitgestellt werden soll. Dabei kommt unweigerlich die Frage auf, welche Vorzüge die unterschiedlichen Bereitstellungsarten bieten und welches Betriebsmodell sich für welches Unternehmen am besten eignet.

Kauf – altbewährt und sehr beliebt

Beim Kauf einer ERP-Lösung erwerben Unternehmen ein übertragbares Nutzungsrecht für eine Software und erlangen für diese die freie Verfügungsgewalt im Rahmen der Lizenzbestimmungen. Über eine einmalige Zahlung erhalten sie damit freie Verfügungsgewalt über die Lösung. Aufgrund der hohen Kontinuität von Inhouse-betriebenen ERP-Lösungen, eignet sich dieses Modell besonders für Branchen, die in hohem Maße von ERP-Daten abhängig sind – beispielsweise Handelsunternehmen oder Produktionsbetriebe. Gegen den Kauf von ERP-Software spricht hingegen die hohe Investitionssumme, die zu Beginn der Anschaffung aufgebracht werden muss. Zudem müssen Unternehmen, die sich für den Kauf eines ERP-Systems entscheiden, zusätzliche Aufwendungen für Wartung und Instandhaltung in Kauf nehmen. Ob sich der Kauf einer ERP-Software lohnt, ist vor allem eine Finanzierungsfrage: Für all jene Unternehmen, die einen Planungshorizont von über drei Jahren haben – was im Mittelstand häufig der Fall ist, ist Kauf in jedem Fall die wirtschaftlich sinnvollere Lösung. 

Mieten oder Leasen – Flexibilität ist Trumpf

Unternehmen, die ihr ERP-System mieten oder leasen, bekommen eine Softwarelizenz gegen ein monatliches Entgelt überlassen. Dies kann für viele Firmen eine attraktive Option sein, da es enorm hohe Flexibilität verspricht. Das Beschaffungsmodell eignet sich besonders gut für Unternehmen, die im eigenen Geschäft wechselnde Nachfragen verspüren – man denke etwa an das Saisongeschäft zu Weihnachten in der Versandhandelsbranche. Mittels gemieteter ERP-Software kann die genutzte Kapazität dabei variabel an den tatsächlichen Kundenbedarf angepasst werden. Aus finanzieller Sicht ist das Mietmodell vor allem für jene Unternehmen interessant, die einen steten Zahlungsstrom, aber kein großes Vermögen haben. Wer über einen längeren Zeitraum eine vollwertige ERP-Lösung benötigt, sollte jedoch über einen Kauf der Software nachdenken, da das Miet- und Leasing-Modell verzinst werden und sich der Kostenvorteil sonst schnell in Wohlgefallen auflösen kann.

Cloud – aber sicher!

Cloud-basiertes ERP stellt im Gegensatz zum Miet- oder Kauf-Modell kein Beschaffungs- sondern ein Betriebsmodell dar. Es handelt sich dabei um einen Mix aus Miete und ausgelagerter IT-Infrastruktur. Die Nachfrage nach Cloud-basiertem ERP wird auch in Zukunft weiter steigen. ERP-Lösungen aus der Datenwolke bestechen vor allem durch Kostenersparnis und reduzierte Kapitalbindung. Diese Vorteile kommen besonders gut bei Unternehmen zum Tragen, die neu am Markt sind – etwa Ausgründungen oder Start-ups. Beim Schritt in die Wolke müssen sie nicht in teure neue Infrastruktur investieren. Es sind keine neuen Server, zusätzliche Räume oder IT-Komponenten notwendig. Stattdessen zahlen Anwender nur für tatsächlich benötigten Ressourcen und Kapazitäten. Neben dem wirtschaftlichen Nutzen spricht noch ein weiterer Punkt für ERP aus der Cloud: Es macht die wachsende Komplexität der IT-Infrastruktur beherrschbar. Auch was den Sicherheitsaspekt angeht, ist Cloud Computing das wesentlich attraktivere Modell, da mehrfach redundante Rechenzentren selbst kleinen und mittelständischen Unternehmen eine hohe Kontinuität garantieren. Damit die Vorteile von Cloud-basiertem ERP vollständig ausgeschöpft werden können, müssen noch diverse Bedenken wie möglicher Kontrollverlust oder die Abhängigkeit von Cloud-Providern aus dem Weg geräumt werden. Gerade weil in ERP-Daten enorm viel Betriebs-Know-how liegt, stellen sich viele Unternehmen die Frage, was mit ihren Daten in der Wolke passiert und wer Zugriff darauf hat. 

Die richtige Wahl treffen

Die beiden Beschaffungsmodelle Kauf und Miete sowie das Betriebsmodell Cloud bestechen durch verschiedene Vorzüge, die von den Nutzungsschwerpunkten der anwendenden Unternehmen abhängen. „Ob nun Kauf, Miete oder Cloud das richtige Modell ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Zum einen ist es eine bilanzielle Frage, die zum Beispiel von einem Steuerberater beantwortet werden kann. Zum anderen spielt die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von ERP-Daten eine entscheidende Rolle, was von Branche zu Branche differiert“, erklärt Godelef Kühl, Vorstandsvorsitzender und Gründer der godesys AG. „So lässt sich sagen, dass der Kauf von ERP-Software für kapitalstarke Unternehmen sinnvoll ist, die gerne über ein übertragbares Nutzungsrecht der Software verfügen wollen. Damit sich dieses Modell rechnet, sollte sich das Unternehmen mit der Abschreibungsfrage gewissenhaft auseinandergesetzt haben und bedenken, dass eventuelle Folgekosten für Wartungen hinzukommen.“

Für Unternehmen ohne kontinuierlichen Zahlungsstrom ist hingegen das Mietmodell eine echte Alternative. Es kann kurzfristig im Umfang erweitert oder beschnitten werden und eignet sich so vor allem für den saisonalen Einsatz. Unternehmen, deren ERP-LösungERP Lösungen von godesys - ERP für kundenorientierte Unternehmen ganzjährig ausgelastet ist, sollten von diesem Modell absehen, da die Mietausgaben sonst die Kaufkosten innerhalb weniger Jahre übersteigen können. Die Cloud stellt nach heutiger Ansicht das zukunftsträchtigste Modell dar. Anwender haben bei diesem Modell den Vorteil, dass sie keine großen Summen in Hardware investieren müssen – diese stellt ein entsprechendes Cloud-Rechenzentrum bereit, das die Rechenkapazitäten einer herkömmlichen Unternehmens-IT um Weiten übersteigt und somit vor Ausfällen abgesichert ist. „Auch wenn die Nachfrage nach Cloud-basiertem ERP momentan noch sehr verhalten ist, sehe ich es als Modell der Zukunft. Statt den Begriff wie bisher inflationär zu verwenden, gilt es, Unternehmen von den Vorteilen zu überzeugen“, erklärt Kühl weiter. 

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