ERP-Trends 2017: Sie wollen wissen, wie das Jahr 2017 wird?
Godelef Kühl Einsichten

ERP-Trends 2017-Teil 2: Digitale Geschäftsmodelle gewinnen

Ich hatte ihnen ja in meinem letzten Blog-Beitrag versprochen, dass ich Ihnen hier meine Sicht auf technische Entwicklungen und neue Möglichkeiten rund um ERP so präsentieren möchte, dass Ihnen eine schnelle Beurteilung über Bedeutung und Durchdringung der Themen ermöglicht wird. Und hier kommt nun meine erste Vorhersage:

Digitale Geschäftsmodelle gewinnen

Die digitale Wirtschaft bleibt auf dem Vormarsch. Neue Geschäftsmodelle und Distributionswege brechen sich schneller Bahn, als es manch einer auf dem Plan hat. Dabei läuft die Entwicklung zumeist im Verborgenen ab.  Kanalverschiebungen zwischen Ladenfläche, E-Commerce und Großhandel verteilen Märkte neu. Das läuft seit mehr als zehn Jahren. Manchen Gewinner erkennen wir gar nicht, weil viele von uns die alten Größen, die analogen Wettbewerber, im Auge behalten, aber den Neuling nicht kennen oder  - noch schlimmer - belächeln. Die Gewinner haben immer die gleichen Merkmale. Es sind diejenigen, die schneller und besser sind. Die schneller und besser auf die Kundenbedürfnisse eingehen. Die mehr über ihre Kunden wissen. Aber auch für Gewinner wird sich in 2017 vieles ändern: In vielen Branchen müssen die Gewinner noch mehr investieren, noch mehr riskieren und ihr digitales Wissen weiter ausbauen und einsetzen. Weil auch immer mehr Wettbewerber die Vorteile von Technologie erkennen und konsequent investieren. Wer mit Sinn und Verstand investiert, kann auch in 2017 weiter gewinnen. Nur die Verlierer haben es immer noch nicht verstanden.

Wer auf der Seite der Gewinner sein will, muss sein Geschäftsmodell digitalisieren. Bevor das digitale Geschäftsmodell des Wettbewerbs gewinnt. Kunden suchen und wertschätzen die einfache, digitale Erfahrung. Egal ob zum Kauf oder später, egal ob standalone oder in Verbindung mit weiteren Kanälen. Aber welches Unternehmen stellt seinen Kunden heute all sein Wissen auch wirklich digital zur Verfügung? Digitale Wirtschaft und erfolgreiche Geschäftsmodelle sind weit mehr als nur ein Webshop. Die Antwort auf die digitalen Herausforderungen ist im Idealfall eine individuelle - ansonsten wird nämlich auch die digitale Investition austauschbar. Denn das ist auch den digitalen Geschäftsmodellen eigen, sie sind wie Bits und Bytes kopierbar. Für Unternehmen und Entscheider fühlen sich digitale Modelle zumeist blöd an: Die Investitionen kosten Geld, sind komplex und binden auch noch Management-Kapazitäten in der Umsetzung. Nur um am Ende digitale Services zu haben, die dem Kunden eine digitale Erfahrung ermöglichen. Mehrumsätze? Ja, manchmal. Aber eigentlich dienen die Investitionen nur dazu, um mit dem Wettbewerb mitzuhalten.

Erkennen Sie den Unterschied? Digitale Unternehmen setzen konsequent auf digitale Erfahrungen und bauen die Wertschöpfungsketten konsequent um. Digitale Dienste verändern das Konsumentenverhalten schneller, als in vielen Fällen propagiert. Allen diesen Diensten ist zu eigen, dass der Konsument zuerst zögert, irgendwann probiert und dann adaptiert. Und damit seine eigene Erwartungshaltung verändert. Hat Facebook Einfluss auf Ihren Medienkonsum? Wird sich die Nutzung von Fernsehen verändern, wenn die Streaming-Dienste weiter wachsen? Wollen Sie das Flugticket oder Ihr Hotel für die Dienstreise heute noch im Reisebüro buchen? Beobachten Sie einmal Ihr persönliches Umfeld. Wie viele Dinge erledigen Ihre Kinder mit dem Smartphone? Können Sie sich noch an die Welt vor zehn Jahren erinnern? Das Internet war schon da, es war nur nicht mobil. Und jetzt sind wir in der Phase, wo das Internet in Alltagsgegenstände einzieht. Werden wir unser Verhalten ändern? Aber ja, weil es uns Vorteile verspricht. Und sei es nur die Bequemlichkeit. Der digitale Gewinner kann diese Veränderungen bestimmen, als digitaler Verfolger ist das deutlich schwieriger. Welche Wirkung hatte es auf den Handel, als Amazon anfing kostenfrei binnen einem Tag zu liefern? Viele arbeiten heute noch daran, diese Logistik-Qualität verlässlich zu kopieren. Und Amazon? Investiert in „Same Day Delivery“. Ist das Unternehmen heute noch für die Preisführerschaft berühmt? Nein, aber wir bestellen trotzdem. Der Return of Invest kommt bei digitalen Modellen manchmal spät, manchmal gar nicht. Aber es lassen ist leider auch keine Alternative.

Das ist einer der Gründe, warum wir seit mehr als zehn Jahren das godesys open enterprise portal propagieren. Weil die Gewinner von morgen eine Plattform brauchen, die es ihnen ermöglicht, dass ihre Kunden im Rahmen der Wertschöpfungskette die richtige digitale Erfahrung zur richtigen Zeit machen können. Dies ist häufig eine 1:1 Beziehung, die aber digital abgebildet werden will. Das ist die ERP-Information, die sich der Kunde eigenständig abrufen kann. Das ist die Transaktion, die ihre Ausführung automatisch meldet. Das ist der Beleg, den sich der Kunde einfach wieder ausdrucken kann. Das ist das Serviceangebot, das den Kunden automatisch und genau im richtigen Moment erreicht. Klingt einfach, setzt aber eine komplexe Wirkungskette voraus, in der die einzelnen Geschäftsprozesse tief und automatisiert ineinander greifen. Lassen Sie uns gemeinsam darüber nachdenken, wie Sie Ihre Branche verändern können.

Godelef Kühl

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