ERP-Trends 2017: Sie wollen wissen, wie das Jahr 2017 wird?
Godelef Kühl Einsichten Industrie 4.0, Digitalisierung, Digitale Transformation

ERP-Trends 2017: Sie wollen wissen, wie das Jahr 2017 wird?

Die schlechte Nachricht gleich zuerst: Ich weiß auch nicht, wie 2017 wird. Und dennoch wage ich eine Vorhersage. Sie werden dieses Jahr noch mehr blödsinnige Predictions und Vorhersagen lesen können als im vergangenen Jahr.

Wer Silvester verpasst hat, kann den Einzug des Jahres 2017 gar nicht verpassen. Die Saison für Vorhersagen für das Jahr 2017 erreicht ihren Höhepunkt. Jeder, der meint etwas zu sagen zu haben - und das sind heutzutage ja quasi alle, wenn wir mal die weglassen die uns nur ein cooles Selfie auf Instagram gönnen - teilt uns seine Sicht auf die vermeintlich neue IT-Welt und die Vorboten einer kommenden Zeit mit. Nur noch Alchimisten um mich herum. Was haben die, was ich nicht hab? Warum tippen die nicht einfach die Lotto-Zahlen von nächster Woche, wenn die mehr sehen können als wir? Woher nehmen so viele Menschen dieses Sendungsbewusstsein, uns weißmachen zu müssen, sie wüssten im Gegensatz zu allen anderen was die Zukunft bringt?

Die meisten Vorhersagen bestehen doch nur aus Buzzwords, enthalten Begriffe wir Cx (Customer experience) oder gleich Dx (Digital experience), nehmen als neuen Trend jetzt auch gerne deutsche Begriffe wie Industrie 4.0 oder Digitale Transformation.  Und sagen eigentlich doch nichts. Diese Schlagworte werden dann mit einer Prise Schwarzmalerei gemischt und der Vorhersage, dass all diese Übel jetzt auch noch die guten Arbeitsplätze wegfegen werden. Fertig ist der Kern der Wahrsagerei.

Ich würde so gerne mal nachfragen, ob dieser neue Bildungsschwarm nicht nur seine eigenen Begriffe konsistent erklären kann, sondern sich auch mal an der praktischen Umsetzung im Unternehmen beteiligt hat. Für den Wahrheitsgehalt der aufgestellten These - die doch nur zigfach abgeschrieben ist - braucht es aber noch eine „starke“ Argumentationskette: Voll im aktuellen Digitalisierungstrend liegen dabei die breitgetretenen Vergleiche alter Industrien mit Unternehmen wie z.B. Uber, AirBnB oder Tesla. Die gängige These lautet dann, dass diese digitalen Herausforderer alle vorhandenen Industrien einfach wegfegen werden. Ist Ihnen aufgefallen, dass man diesen Mist jetzt auch schon in der Tagespresse lesen kann? Vielleicht ist das mit dem Journalismus ja jetzt wie an der Börse mit den Putzfrauen.

Allen diesen Wahrsagungen ist gemein, dass die Antithese - also das kritische Hinterfragen des eigenen Blicks in die Kristallkugel - sicherheitshalber unterbleibt. So kann die Synthese direkt und pointiert gesetzt werden, ohne dass die Denkkreise des geneigten Lesers zu stark aktiviert werden: Wer jetzt nicht handelt, den wird die Digitalisierung hinwegfegen. Und weil wir ja im Zeitalter des Content-Marketing leben, reicht der Autor zumeist auch gleich noch die richtige Droge nach. Setze Tool x oder y ein und Du wirst gegen die Grundübel der Digitalisierung bestehen können und zum Ninja-Warrior der modernen Zeit werden. Was dann ja auch direkt erklärt, warum wir alle diesen Kram so gerne lesen. Wer hört nicht gerne Märchen? Das haben schon unsere Vorfahren am Lagerfeuer so gehalten.

Zur Antithese gehört, dass aktuell immer noch die alten Industrien das Geld verdienen, während diese Unicorns (also neue Tech-Unternehmen mit einer Bewertung > 1 Milliarde US-Dollar) zumeist noch das Geld ihrer Investoren benötigen. Nichts gegen eine Wette auf die Zukunft, das Silicon Valley ist wirklich gut darin Einhörner zu bauen. Aber vielleicht sollte man beim Abschreiben dieser Gedanken bedenken, dass für die Zucht von Einhörnern jede Menge One Trip Ponies gezüchtet werden, deren Aufzucht vergebens ist. Da ist leicht drüber schreiben, aber um zu entscheiden welches Pony ich füttere, dafür braucht es doch mehr.  Richtig ist an diesen Theorien lediglich die Erkenntnis, dass ein aufkommender Intermediär - also eine zwischengeschaltete digitale Plattform - viel Geld und damit Profit aus einer Industrie abziehen kann. Richtig ist auch, das Tesla sich an einer disruptiven Innovation versucht. Über beides sollte man nachdenken, seien Sie also auf der Hut, wenn Sie in der Taxibranche, im Hotelvermittlungsgewerbe oder aber zufällig Vorstandsvorsitzender eines Automobilkonzerns sind. Und genauso lächerlich, wie mein letzter Satz sind die meisten Vorhersagen. Vielleicht gut für die Klickrate - wobei, ich habe gehört, dass da Katzenvideos noch besser gehen sollen.

Wie komme ich jetzt zur Synthese und damit guten Nachricht? Natürlich kann ich einige Vorhersagen für Trends in der IT- und speziell ERP-Branche treffen. Indem ich Ihnen einen Einblick ermögliche, was uns die großen Hersteller auf der Suche nach Kooperations- und Vertriebspartnern präsentieren und indem ich aus dem Nähkästchen unserer Entwicklungsplanung plaudere. Gleichzeitig möchte ich aber auch versuchen, Ihnen eine klare Einschätzung für den betrieblichen Nutzwert zu geben, so dass Sie eine gute Entscheidungsgrundlage haben, ob das Thema auf eine Evaluierungsliste gehört.

Denn wenn Sie das interessiert, müssen Sie einfach dran bleiben. Die kleine Serie „ERP-Trends 2017“ startet am 03. Februar 2017 an gleicher Stelle.

Godelef Kühl

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